Klima

Wir wollen den Erhalt der Grünfläche!

Klima

Bäume und Pflanzen lassen Städte atmen


Wir als Bürgerinitiative sind der Meinung, dass durch das Parkhaus in der Hindenburgstraße die Lärmbelästigung und der Verkehr an dieser Stelle zunehmen wird. Dadurch werden noch mehr gesundheitsschädliche Emissionen wie CO2 und Feinstaub (NOx und auch Mikroplastik) entstehen und unsere Luft belasten. Das wiederum steht in Konflikt mit den Zielen Modellstadt "sauber Luft", zu der Herrenberg als einer von fünf Städten bundesweit ausgewählt wurde.

330.000 Tonnen Mikroplastik im Jahr gelangen in die Umwelt in Deutschland. Das sind 4 kg/Kopf und Einwohner. Das bestätigt das Fraunhofer Institut für Umwelt Sicherheit und Energietechnik in Oberhausen. Der Abrieb von Autoreifen ist der größter Verschmutzer für unsere Umwelt. Es ergeben sich 1/3 der Mikroplastik Emissionen nur durch Autoreifenabrieb (link).

Forscher sagen: Grünflächen sollen aufbewahrt und ausgebaut werden. Denn die Feinstaubbelastung kann dadurch im Ganzen sinken, das ist ein weiterer städtebaulicher Effekt, der sich unmittelbar auf die Feinstaubkonzentration auswirkt (Dr. Erika von Schneidemesse, IASS, Potsdam). Das Grundstück vor der Albert-Schweitzer-Schule ist eine Ausgleichsfläche für Straßen, wie die Hindenburgstraße. Denn dort vermischt sich Feinstaub schneller mit Luft und die Partikelkonzentration sinkt. Eine moderne und gesunde Stadt strebt heute nach Grün und Nachhaltigkeit (Bäume und Pflanzen lassen Städte atmen).

Auswirkung von Häuserschluchten auf das Mikroklima

Auszug aus einer Untersuchung beauftragt vom Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie (Berechnung der Kfz-bedingten Feinstaubemissionen infolge Aufwirbelung und Abrieb für das  Emissionskataster Sachsen):

Die EG-Richtlinie 1999/30/EG setzt Grenzwerte für Konzentrationen von Partikeln mit aerodynamischen Durchmessern kleiner 10 μm (PM10) in der Luft. Diese Grenzwerte wurden 2002 im Rahmen der novellierten 22. BImSchV in deutsches Recht überführt. Da Messungen der verschiedenen Bundesländer, so auch Sachsen, Überschreitungen der Grenzwerte feststellen, muss dieses Problem angegangen werden. Überschreitungen treten vor allem an Verkehrsmessstationen auf und erste Quellenabschätzungen zeigen, dass der Verkehrsanteil an den Überschreitungen einen relevanten Beitrag liefert. Gleichzeitig zeigen diese und andere Untersuchungen deutliche Kenntnislücken im Bereich der Quellenzuordnung (Kuhlbusch et al., 2002) und insbesondere bei der PM10-Emissionsprognose für Verkehr (Lohmeyer, 2001). Verursacher der PM10-Immissionen im Nahbereich von Straßen sind zu einem großen Teil folgende Emissionsprozesse:

  1. Auspuffemissionen,
  2. Aufwirbelung von Straßenabrieb, Reifenabrieb sowie Brems- und Kupplungsbelagsabrieb,
  3. Aufwirbelung von eingetragenen Straßenstaub.

Backnang macht es richtig

Während Herrenberg die letzten Grünflächen überbauchen und Häuserschluchten schaffen möchte, will Backnang zur Reduktion der Schadstoffbelastung neue Luftschneisen schaffen. Bis zum  31.09.2019 sollen die zwei ehemaligen Betriebsgebäude des Gewerbehofs an der Eugen-Adolff-Straße 26-28 abgerissen werden. Ziel dieser Maßnahme ist die Erreichung einer verbesserten Durchlüftungssituation mit Frischluft insbesondere an der Wohnbebauung entlang der Eugen-Adolff-Straße (Luftreinhalteplan für den Regierungsbezirk Stuttgart Teilplan Backnang).

Wir müssen unsere Städte wieder in eine Richtung bringen, dass das Ganze erträglicher wird


Der letzte Sommer war außergewöhnlich heiß und trocken. Ein solcher Sommer wird in Zukunft nicht die Ausnahme sein, sondern öfter vorkommen. Laut dem Diplom-Meteorologen und ARD Wetterexperten Sven Plöger im Interview "SWR1 Leute" wird diese Tatsache auch für den Städtebau eine Herausforderung werden. Laut Plöger wird es in den Städten immer wichtiger werden, für eine gute Belüftung zu sorgen, z.B. indem Frischluftschneisen erhalten und Wasserflächen geschaffen werden.

Boden und Pflanzen verdunsten im Sommer so viel Wasser, dass in einer Reichweite von 100 Meter die Lufttemperaturen um bis zu fünf Grad abkühlen. Auf diese Bodenkühlung an heißen Sommertagen können wir an dieser Stelle nicht verzichten.

Sven Plöger im SWR1 Interview: „… wir müssen unsere Städte wieder in eine Richtung bringen, dass das Ganze erträglicher wird.“

Zum Glück haben wir in der Hindenburgstraße bereits eine solche Frischluftschneise. Wir haben einen alten Baumbestand und eine wohltuende Unterbrechung der Häuserschlucht. Und genau diese Lücke und die komplette Grünfläche soll nun durch ein Geschäftshaus mit Tiefgarage/Parkhaus geschlossen bzw. überbaut werden!

Es würde hier eine Frischluftschneise ohne Not für ein Geschäftshaus geopfert, das nicht benötigt wird. Was ist mit den Leerständen in der Altstadt? Sollte nicht besser das Geld dort investiert werden, um die Altstadt zu beleben?

Wir haben bereits ein großes Neubau-Projekt am Rande der Altstadt: das Seeländer-Areal. Dort wird die Stadtverwaltung Hauptmieter sein. Andere haben sich anscheinend nicht gefunden. Wieso also noch ein Neubau in unmittelbarer Nähe zur Altstadt?

Der Klimawandel findet statt, auch in Herrenberg. Die Frage ist, wie gehen wir damit um, damit unsere Stadt auch in heißen Sommern eine gute Aufenthaltsqualität hat? Eine Bebauung neben der Volksbank ist gewiss ein Schritt in die falsche Richtung.

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Bürgerinitiative gegen das geplante Parkhaus und Geschäftshaus in der Hindenburgstraße in Herrenberg